Es ist Oktober und ich habe bereits vier Beauty-Adventskalender gekauft. Ja, vier! Und nein, ich brauche sie nicht unbedingt. Aber ich wollte sie haben. Wie eigentlich jedes Jahr.
Bei mir sind diesmal der Balea Adventskalender, der Balea Face Adventskalender, der ISANA Adventskalender und der Alnatura Adventskalender eingezogen. Alles Kalender, die ich bereits seit Jahren kaufe und auf die ich mich jedes Mal aufs Neue freue.
Dabei bin ich mir durchaus bewusst, dass Beauty-Adventskalender nicht nur dazu dienen, uns die Vorweihnachtszeit zu versüßen. Für die Hersteller sind sie auch ein ziemlich cleveres Geschäft. Schließlich lassen sich hinter 24 hübsch gestalteten Türchen allerlei Produkte verstecken, die einzeln möglicherweise nicht ganz so begehrt wären.
Aber muss man deswegen gleich von Resteverwertung sprechen? Und wie viel ist der Inhalt eines solchen Kalenders eigentlich wirklich wert?
Beauty-Adventskalender: Schnäppchen oder hübsch verpackte Restekiste?
Beauty-Adventskalender gibt es inzwischen in allen möglichen Preisklassen. Vom günstigen Drogeriekalender bis zur Luxusvariante für mehrere Hundert Euro ist alles dabei.
Besonders die hochpreisigen Kalender werben gerne mit beeindruckenden Warenwerten. Da kostet ein Adventskalender beispielsweise 100 Euro, während der enthaltene Warenwert angeblich bei 300 Euro liegt.
Klingt nach einem fantastischen Schnäppchen.
Doch ob sich hinter den Türchen tatsächlich besonders hochwertige Produkte oder vielleicht auch ältere Kollektionen und weniger gefragte Artikel verbergen, lässt sich nicht pauschal beantworten. Natürlich könnten Hersteller Adventskalender nutzen, um Lagerbestände abzubauen. Aber das bedeutet nicht, dass jeder Kalender automatisch eine hübsch verpackte Restekiste ist.
Viel entscheidender finde ich ohnehin eine andere Frage: Was ist der Inhalt für mich persönlich wert?
Der persönliche Wert lässt sich nicht immer in Euro oder Millilitern messen
Nehmen wir beispielsweise eine hochwertige Handcreme in einer winzigen Probiergröße.
Laut Hersteller hat diese vielleicht einen rechnerischen Warenwert von zehn Euro. Klingt erst einmal ordentlich. Aber was nützt mir diese Premium-Handcreme, wenn ich in der Drogerie eine gute Handcreme mit 50 Millilitern für ein Fünftel des Preises bekomme?
Wenn beide Cremes meine Hände zuverlässig pflegen und ich mit der günstigen Variante vollkommen zufrieden bin, warum sollte die kleine Luxusprobe für mich besonders wertvoll sein?
Für jemanden, der ohnehin hochwertige Kosmetik verwendet, kann dieselbe Probe dagegen Gold wert sein. Vielleicht wollte die Person genau diese Creme schon lange ausprobieren, aber nicht direkt den hohen Preis für die Originalgröße bezahlen.
Und schon sieht die Rechnung völlig anders aus.
Der persönliche Wert eines Produktes ist eben nicht immer eine Zahl und auch nicht zwangsläufig eine Frage der Menge.
Für die eine ist eine kleine Luxusprobe eine wunderbare Gelegenheit, etwas Neues kennenzulernen. Für die andere ist sie trotz des angeblich hohen Warenwertes schlichtweg überteuert.
Ich selbst gehöre eher zur Drogeriefraktion. Ich brauche keine Creme für 80 Euro, wenn eine für fünf Euro bei mir genauso gut funktioniert.
Deshalb interessieren mich bei Beauty-Adventskalendern auch weniger die beeindruckenden Preisangaben als vielmehr die Frage, ob ich mit dem Inhalt tatsächlich etwas anfangen kann.

Warum ich jedes Jahr gleich vier Beauty-Adventskalender kaufe
Jetzt könnte man natürlich fragen, warum ich überhaupt vier Beauty-Adventskalender kaufe, wenn ich das ganze Konzept durchaus kritisch betrachte.
Die Antwort ist ziemlich einfach: Weil ich sie liebe!
Ich mag diese kleinen Überraschungen. Ich freue mich darauf, morgens ein Türchen zu öffnen und zu schauen, welches Produkt mich diesmal erwartet.
Und vor allem mag ich die Abwechslung.
Natürlich überzeugt mich nicht jedes Produkt. Manche Cremes gefallen mir besser als andere, manche Düfte sind nicht unbedingt mein Geschmack und gelegentlich ist auch etwas dabei, das ich mir selbst niemals gekauft hätte.
Aber genau das gehört für mich dazu.
Ich verwende die Produkte anschließend konsequent über die nächsten Monate, bis sie aufgebraucht sind. Sie verschwinden also nicht einfach in irgendeiner Schublade, um dort auf bessere Zeiten zu warten.
Brauche ich dafür vier Adventskalender? Natürlich nicht.
Aber muss eigentlich alles, was man sich gönnt, unbedingt notwendig sein?
Warum es bei mir Pflege statt Make-up sein muss
Bei der Auswahl meiner Adventskalender achte ich allerdings darauf, dass der Inhalt auch zu meinem Alltag passt.
Früher hätte mich vielleicht noch ein Kalender voller Lippenstifte, Lidschatten und anderer Schminkprodukte gereizt. Inzwischen schminke ich mich allerdings kaum noch.
Was soll ich also mit 24 Produkten, die anschließend unbenutzt herumliegen?
Mich interessieren vor allem Pflege- und Reinigungsprodukte. Duschgel, Gesichtscremes, Masken, Handcremes und ähnliche Dinge kann ich tatsächlich gebrauchen.
Deshalb greife ich seit Jahren gerne zu den Kalendern von Balea und ISANA. Sie bieten mir genau die Art von Abwechslung, die ich suche, ohne dass ich dafür ein Vermögen ausgeben muss.
Es geht mir nicht darum, möglichst exklusive Markenprodukte zu besitzen. Ich möchte unterschiedliche Pflegeprodukte ausprobieren und mich dabei überraschen lassen.
Und dafür brauche ich keinen Luxuskosmetikkalender für mehrere Hundert Euro.
Meine Strategie: Einmal nachsehen und dann schnell wieder vergessen
Was ich bei Beauty-Adventskalendern übrigens überhaupt nicht mag, ist das vollständige Auspacken im Internet, lange bevor der Dezember überhaupt begonnen hat.
Gefühlt werden manche Kalender bereits im August präsentiert, im September komplett ausgepackt und im Oktober bis ins kleinste Detail analysiert.
Wo bleibt denn da bitte noch die Überraschung?
Ich mache es deshalb etwas anders.
Anfang Oktober schaue ich mir vor dem Kauf einmal an, welche Produkte ungefähr enthalten sind. Schließlich möchte ich keinen Kalender kaufen, der hauptsächlich aus dekorativer Kosmetik besteht. Das würde bei mir schlichtweg keinen Sinn ergeben.
Ich prüfe also, ob der Inhalt grundsätzlich zu mir passt.
Und dann?
Dann versuche ich, das Gesehene möglichst schnell wieder zu vergessen. Bis Dezember habe ich tatsächlich vieles nicht mehr auf dem Schirm und kann mich wieder überraschen lassen.
Ich weigere mich jedenfalls, im Dezember noch einmal auf die Rückseite der Verpackung zu schauen. Ich möchte morgens ein Türchen öffnen und nicht vorher schon wissen, was mich erwartet. Und auch erst dann teile ich mein Türchen mit Euch auf Instagram. 🙂

Nachhaltigkeit: Vier Adventskalender sind nun wirklich kein Minimalismus
Bei aller Begeisterung darf man natürlich nicht vergessen, dass Beauty-Adventskalender auch eine Menge Verpackungsmüll produzieren können.
24 einzelne Produkte, häufig noch einmal separat verpackt, dazu Karton, Kunststoffeinlagen und manchmal aufwendige Dekorationen. Besonders bei winzigen Produktgrößen kann das Verhältnis zwischen Verpackung und Inhalt ziemlich fragwürdig werden. Hinzu kommt, dass nicht jedes enthaltene Produkt tatsächlich gebraucht oder aufgebraucht wird.
Ich selbst verwende meine Kalenderprodukte zwar konsequent, aber das ändert natürlich nichts daran, dass auch meine vier Kalender Verpackungsmaterial verursachen. Und nur weil ich den Inhalt vollständig verbrauche, wird daraus noch lange kein nachhaltiger Einkauf.
Das sollte man sich durchaus bewusst machen.
Andererseits wäre es auch etwas scheinheilig, ausgerechnet beim Adventskalender plötzlich so zu tun, als müsste jede Kaufentscheidung ausschließlich unter ökologischen Gesichtspunkten getroffen werden. Für mich gehört beides zusammen: sich über etwas freuen können und trotzdem die Nachteile nicht ignorieren.
Muss sich ein Beauty-Adventskalender überhaupt rechnen?
Ich finde, man sollte zwischen dem tatsächlichen Nutzen der Produkte und der Freude am Adventskalender unterscheiden.
Natürlich könnte ich mir für das Geld meiner vier Kalender auch einfach gezielt die Pflegeprodukte kaufen, die ich ohnehin verwende. Vermutlich wäre das sogar die vernünftigere Lösung. Ich wüsste genau, was ich bekomme, könnte meine Lieblingsprodukte auswählen und müsste mich nicht mit Cremes oder Düften beschäftigen, die mir möglicherweise überhaupt nicht gefallen.
Aber dann hätte ich eben auch keine Überraschung.
Keine vier Türchen, die ich jeden Morgen öffnen kann. Keine unbekannten Produkte, die ich ausprobieren darf. Und auch nicht dieses kleine bisschen Vorfreude, das für mich inzwischen einfach zur Adventszeit dazugehört. Für mich besteht der Wert eines Beauty-Adventskalenders deshalb aus mehr als dem reinen Produktinhalt. Das bedeutet allerdings nicht, dass jeder Kalender automatisch sein Geld wert ist.
Wer ohnehin schon Schubladen voller unbenutzter Kosmetik besitzt oder nur einen Bruchteil der enthaltenen Produkte verwenden kann, sollte sich durchaus fragen, ob ein weiterer Kalender wirklich sinnvoll ist. Aber wer Freude daran hat, neue Produkte auszuprobieren und die enthaltenen Artikel anschließend tatsächlich verwendet, bekommt eben mehr als nur 24 Pflegeprodukte.
Zumindest empfinde ich das so.
Mein Fazit: Ich durchschaue das Marketing und kaufe trotzdem
Beauty-Adventskalender sind ein cleveres Geschäft. Sie wecken Begehrlichkeiten, locken mit hohen Warenwerten und verkaufen uns 24 kleine Überraschungen in einer hübschen Verpackung.
Ob dahinter im Einzelfall auch Resteverwertung steckt, lässt sich nicht pauschal beantworten. Und ehrlich gesagt ist das für mich auch nicht die entscheidende Frage.
Viel wichtiger finde ich, ob der Inhalt zum eigenen Alltag passt und ob man persönlich Freude daran hat.
Für die eine ist eine winzige Luxusprobe ein echtes Highlight. Für die andere ist ein günstiges Drogerieprodukt in Originalgröße deutlich wertvoller. Und beides ist vollkommen in Ordnung.
Ich werde im Dezember jedenfalls wieder jeden Morgen meine vier Türchen öffnen. Ich werde mich über manche Produkte besonders freuen, bei anderen vielleicht die Nase rümpfen und vermutlich auch das eine oder andere entdecken, das ich mir selbst niemals gekauft hätte.
Brauche ich vier Beauty-Adventskalender? Nein.
Überzeugt mich jedes enthaltene Produkt? Ebenfalls nein.
Mag ich die Abwechslung? Auf jeden Fall!
Werde ich sie trotzdem weiterhin kaufen? Höchstwahrscheinlich ja!
Denn bei aller berechtigten Kritik an Konsum, Marketing und Verpackungsmüll gibt es etwas, das sich nicht in Euro oder Millilitern berechnen lässt: die Freude daran. Und manchmal darf etwas einfach Spaß machen, ohne dass man daraus gleich eine wirtschaftlich sinnvolle Investition machen muss.
Wie sieht es bei Euch aus? Kauft Ihr Euch Beauty-Adventskalender oder haltet Ihr sie für überflüssig? Und schaut Ihr Euch den Inhalt vorher genau an oder lasst Ihr Euch lieber überraschen?
Bildhinweis: Die in diesem Artikel verwendeten Bilder wurden mithilfe künstlicher Intelligenz (KI) erstellt und dienen der Illustration. Sie zeigen keine tatsächlichen Produkte oder Adventskalender der genannten Marken.




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